Lernen in der Postkreidezeit
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Agilität im schulischen Lernen

2 Minuten Lesezeit

Pixabay, CC0

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Für den November haben die #edupnx als Schwerpunktthema Agiles Lernen gewählt. Die Frage ist daher, inwiefern agiles Lernen für schulisches Lernen interessant sein kann.

Agile Konzepte, warum?

Lernen ist ein individueller Prozess. Als Unterrichtender kann man eine lernförderliche Umgebung schaffen und Lernsettings offen gestalten. Dennoch bleiben diese Konzeptionen Lernangebote, die angenommen werden müssen. Ob Lernangebote angenommen werden, hängt von Bedingungen wie Interessen, Motivation, Passung und Relevanz ab. Diese Bedingungen sind individuell verschieden. Durch agile Projekte kann man die Angebote individualisieren und schülerzentriert gestalten. Damit erhöhen sich die Wahrscheinlichkeit der Annahme der Angebote und die Wirksamkeit der Lernangebote.

Agile Konzepte, wie?

Bei agilen Projekten sind die Arbeit im Team und die Selbstverantwortung des Teams für Lernprozesse wichtig. Die Lernsettings sind handlungsorientiert und mediengestützt, was die Zusammenarbeit erleichtert und Transparenz für alle schafft. Gegenüber der spontanen Reaktion auf Wünsche der Lernenden werden hier zu Beginn des Projekts Vorstellungen und Vorschläge zusammengetragen, gemeinsame Ziele formuliert und in eine Struktur gebracht. Die Lehrperson hat die Aufgabe eines Lernbegleiters bzw. Facilitators. Komplexe Problemstellungen werden in Etappen gegliedert und Zwischenergebnisse in kurzen Abständen präsentiert sowie evaluiert, um die weitere Vorgehensweise zu planen.

SCRUM als Vorgehensmodell

Zu Beginn des Projekts werden gemeinsam Ziele formuliert und kurze Entwicklungsetappen, sogenannte Sprints, zur Lösung der Problemstellung geplant. Aufgaben werden innerhalb des Teams verteilt. Nach jedem Sprint werden die Ergebnisse präsentiert, reflektiert und zusammengebracht. In dieser Evaluationsphase erfolgt zudem ein unterstützendes Feedback der Lehrperson, aus dem sich neue Impulse ergeben können. Danach werden die Ziele sowie die Vorgehensweisen für den nächsten Sprint festgelegt. Eine zeitliche Vorgabe sollte zum Erreichen der Ziele festgelegt werden. Am Schluss wird das Projekt evaluiert, um zu reflektieren, ob das Problem zufriedenstellend gelöst wurde und die Vorgehensweisen effektiv waren, um daraus wichtige Erkenntnisse für das nächste Projekt zu gewinnen.

Agiles Lernen als Setting für die Herausforderungen der Zukunft?

In unserer digital geprägten Gesellschaft verändern sich Arbeits-, Lern- und Kommunikationsprozesse. Bei agiler Projektarbeit erfährt man in der Anwendung, wie digitale Anwendungen sinnvoll genutzt werden können, um kollaborative Arbeitsprozesse zu organisieren und umzusetzen und Transparenz zu schaffen (s. auch Working Out Loud für eine veränderte Lernkultur, interner Link), da jeder zu jeder Zeit Einblick in die Entwicklungen der Projektarbeit hat. Darüber hinaus erfährt man in der Anwendung, wie man sich selbst gewinnbringend in Projekte einbringen kann, damit man im Team gemeinsame Ziele erreicht. Diese Arbeitsweise wird im beruflichen sowie im Freizeitbereich immer von Bedeutung sein, da in einer Gemeinschaft Ziele besser und Ergebnisse differenzierter und umfassender erreicht werden können. Daher sind Erfahrungen nötig, wie wichtig es ist, dass jeder im Team zuverlässig und konzentriert das Projekt mitgestaltet.