Lernen in der Postkreidezeit
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Unterricht und Bildungsindustrie

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Im Bereich digitaler Medien lässt sich viel verdienen und entsprechend groß ist der Kampf der Bildungsindustrie um Marktanteile im Bildungsbereich. Dabei nehmen Unternehmen sowie Lehrpersonen auch keinen Abstand von Bildungsprogrammen, bei denen kostspielige Reisen und Gratisgeräte vergeben bzw. angenommen werden. Mir ist Unabhängigkeit für meine Unterrichtstätigkeit und auch zum Schutz der Schülerinnen und Schüler vor Einflussnahme wichtig. Nun kann ich allerdings Hardware nicht selbst produzieren und bei Anwendungen stoße ich auch an Grenzen. Daher mussten wir uns an unserer Schule für Geräte einer bestimmten Marke entscheiden und nutzen auch Anwendungen von Anbietern. Jedoch haben wir alles selbst finanziert und an keinem Projekt teilgenommen, sodass keine Einflussnahme erfolgt und wir uns jederzeit auch wieder von Marken trennen können, sollten Geräte anderer Marken oder Anwendungen anderer Anbieter besser zu unserer Arbeitsweise passen. Auch betonen wir immer wieder, dass diese Ausstattung zu unserem Workflow passt, jeder aber seine eigene Arbeitsweise hat und daher selbst entscheiden muss, wie er seine Arbeitsprozesse gestaltet. Daher dürfen Schülerinnen und Schüler neben den schuleigenen Geräten und Anwendungen auch ihre eigenen Geräte und Apps nutzen.
Gerade der Bildungsbereich darf nicht wie ein Wirtschaftsmarkt funktionieren. Um Unabhängigkeit zu bewahren, zahlt jeder Bürger und jede Bürgerin Steuern. Schülerinnen und Schüler sowie Eltern vertrauen auf Neutralität. Und dieses Vertrauen darf nicht missbraucht werden, indem Schülerinnen und Schüler zum Kauf bestimmter Geräte oder Anwendungen gezwungen werden bzw. indem sie durch Werbegeschenke in ihrem eigenen Medienverhalten beeinflusst werden. Und die Suche nach Fame von politisch Verantwortlichen darf nicht auf dem Rücken der Schülerinnen und Schüler ausgetragen werden.

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