Lernen in der Postkreidezeit
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Soft Skills und digitale Kompetenzen - Buzzwords der zeitgemäßen Bildung

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Die #edupnx fragen in ihrer Maiparade nach dem Erlernen von Soft Skills für Lehrer/innen angesichts der Herausforderungen des Digitalen Zeitalters. Bei diesem Thema stellen sich mir mehrere Fragen.

Sind Soft Skills wirklich soft?

Zu den sogenannten Soft Skills gehören überfachliche Kompetenzen. Diese lassen sich gegenüber fachlichen Kompetenzen schwieriger überprüfen. Das macht sie aber nicht soft. Zu überfachlichen Kompetenzen gehören persönliche, soziale sowie methodische Kompetenzen. Und dabei handelt es sich um Kompetenzen, die genau so knallhart über eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit anderen im Lehrerberuf entscheiden können wie die sogenannten Hard Skills. Also macht für mich diese Unterscheidung wenig Sinn. Sinn macht es für mich jedoch, im Zuge einer Professionalisierung die eigenen persönlichen, sozialen sowie methodischen Kompetenzen weiterzuentwickeln. Wichtig ist für mich auch, Unterricht so zu gestalten, dass Schülerinnen und Schüler ebenfalls ihre persönlichen, sozialen sowie methodischen Kompetenzen weiterentwickeln können. Und gerade die Nutzung digitaler Medien ermöglicht z.B. mehr Lernerautonomie, mehr Eigenverantwortung, mehr individuelle Lernwege, mehr Zusammenarbeit, mehr interkulturelle Lernerlebnisse, sodass es sich hier mehr um Chancen als um Herausforderungen der digital geprägten Welt handelt.

Digitale Kompetenzen, alles neu?

Um die aufgrund von technischem Fortschritt immer größer werdenden digitalen Möglichkeiten nutzen zu können, braucht es bestimmte Kompetenzen. Diese waren jedoch schon immer nötig in einer Wissensgesellschaft. Sie müssen allerdings an das entsprechende Medium angepasst werden. Es ging schon immer um Kompetenzen im Bereich Informationsmanagement. Es ging auch schon immer um Medienkompetenz. Es entstehen in den Kompetenzbereichen jedoch neue Herausforderungen durch digitale Möglichkeiten. So geht es z.B. um den kompetenten Umgang mit der Informationsflut, die Bewertung von Informationen sowie die Verarbeitung der Informationen für den eigenen Lernprozess. Dadurch, dass Kommunikation jederzeit und an jedem Ort möglich ist und Kommunikation durch die Nutzung sozialer Netzwerke öffentlicher wird, sind Kompetenzen im Bereich der Kommunikationsfähigkeit wichtig. Konstruktive Diskursstrategien, Empathie und Kritikfähigkeit tragen zum Gelingen von Kommunikation erheblich bei. Kommunikationsfähigkeit war für ein friedliches Zusammenleben in einer Gesellschaft schon immer wichtig, jedoch sind die Herausforderungen in einer digitalen Kommunikation komplexer. Da digitale Kommunikation oft nicht Face to Face abläuft, kommt es aufgrund fehlender Elemente der nonverbalen Kommunikation wie Mimik, Gestik oder Körperhaltung sowie fehlender Elemente der paraverbalen Kommunikation wie Prosodie, Intonation sowie Lautstärke schneller zu Missverständnissen. Es geht dabei darum, solche Probleme bereits in der Entstehung zu erkennen und entsprechend sensibel darauf zu reagieren. Auch für eine erfolgreiche Nutzung digitaler Medien für konnektivistisches Lernen sind Kommunikations- und Teamfähigkeit wichtig. Darüber hinaus geht es darum, technische Möglichkeiten zu kennen, Chancen und Risiken in der Nutzung angemessen einzuschätzen, damit digitale Medien zur Information sowie Kommunikation und zur Entwicklung von Problemlösestrategien zur Gestaltung des eigenen Lenrprozesses genutzt werden können.

Was braucht es nun?

Unsere Welt ist komplex und zu dieser Welt gehört auch das komplexe System Schule. Und so komplex sind auch Kompetenzen, die für eine Teilnahme an und Mitgestaltung der schulischen Gemeinschaft sowie Gesellschaft allgemein als selbst- sowie verantwortungsbewusste, kritisch sowie demokratisch denkende Menschen wichtig sind. In einer digital geprägten Welt sind diese Kompetenzen jedoch nicht alle ganz neu. Es geht darum, Kompetenzen den Transformationsprozessen angemessen anzupassen. Und gerade diese Anpassungsfähigkeit macht Kompetenz aus.