Lernen in der Postkreidezeit
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digitale Möglichkeiten der Evaluation in der Lehrerausbildung

4 Minuten Lesezeit

Bei den Links handelt es sich, sofern nicht als intern angegeben, um externe Links.

In der 2. Ausbildungsphase stellt die Lehrprobe eine klassische Evaluationsform dar. Die Vornote setzt sich zwar laut Prüfungsordnung nicht nur aus den Ergebnissen der beiden Vorexamenslehrproben zusammen, die Prüfungslehrprobe geht jedoch als Einzelleistung in die Endnote ein.
Lehrproben zeigen, ob jemand eine Unterrichtsstunde sinnvoll planen und durchführen kann. Sie stellen damit punktuelle Leistungsmessungen dar. Diese sind wenig prozessorientiert. Es wird nur in geringem Maße berücksichtigt, ob eine Weiterentwicklung stattgefunden hat. Darüber hinaus sieht man an einer Stunde nur bedingt, ob die Stunde sinnvoll in eine Unterrichtseinheit eingebettet ist und eine angemessene Progression über einen längeren Zeitraum hinweg erfolgt. Daher ist zu überlegen, wie die Evaluation prozessorientierter gestalten werden kann. Zudem umfasst die Referendarsausbildung nur 3 Semester. Danach erhält man als Lehrperson wenig Feedback zu seinen Planungen und Aktivitäten. Eine kontinuierliche Weiterentwicklung ist jedoch wichtig. Dies gelingt allerdings nur, wenn man in der Lage ist, seine eigene Unterrichtstätigkeit zu reflektieren und Alternativen zu weniger zielführend verlaufenen Phasen zu finden. Daher ist es wichtig, dass Referendare in ihrer Ausbildungszeit Instrumente und Kriterien zur Selbstreflexion kennen lernen und sie in der Ausbildungszeit bereits Verantwortung für die Evaluation ihrer Unterrichtstätigkeit sowie für die Weiterentwicklung ihrer professionellen Kompetenz übernehmen.
Digitale Möglichkeiten können eine Hilfe zur eigenen Professionalisierung sein. Die Dokumentation der eigenen Professionalisierung kann in die Leistungsbewertung einfließen.

Digitale Möglichkeiten haben den Vorteil, dass

Folgende Möglichkeiten könnten genutzt werden. Es können auch Formate miteinander kombiniert werden.

Blog

Ein Blog ermöglicht, in reglemäßigen Einträgen die eigene Unterrichtstätigkeit darzustellen und zu reflektieren. Der Zugriff auf die Einträge kann passwortgeschützt werden. Anwendungen wie Wordpress stellen kostenlos Strukturen sowie Webspace zur Verfügung.

eBook

In einem eBook kann man die eigene Unterrichtpslanung dokumentieren sowie im Anschluss an die Durchführung reflektieren. Ein eBook ermöglicht das Hinzufügen von digitalen Dokumenten unterschiedlicher Formate sowie die Integration von digitalen Anwendungen.

ePortfolio

Ein ePortfolio ermöglicht die Dokumentation und Evaluation der eigenen Tätigkeit. Anwendungen wie Mahara bieten hierfür Strukturen sowie Bereiche für kollaboratives Arbeiten an.

Feedback

Mit digitalen Feedbackanwendungen wie FeedbackSchule kann man sich Rückmeldung einholen, die als Grundlage für eine Reflexion dienen kann.

Green Screen-Dokumentation

Mit Green Screen-Apps wie Do Ink lassen sich Situationen simulieren und evaluieren. Dies ermöglicht eine kreative Auseinandersetzung mit Lernprozessen.

Online-Lerntagebuch

Ein Online-Lerntagebuch kann zur Reflexion der eigenen Weiterentwicklung genutzt werden. Versionen wie das an der Universität Potsdam von Prof. Dr. Ludwig entwickelte Online-Lerntagebuch ermöglichen zudem, dass man innerhalb einer Arbeitsgruppe die Ergebnisse der anderen einsehen und kommentieren kann.

Podcast

In Form eines Podcasts kann man eigene Erfahrungen schildern, reflektieren und Alternativen aufzeigen.

Sketchnotes

Sketchnotes können angefertigt werden, um eigene Lernprozesse zu visualisieren, zu evaluieren und zu strukturieren (s. auch Sketchnotes, interner Link).

Vlog

Bei einem Vlog handelt es sich um ein Tagebuch in Videoformat. Periodisch werden Videos erstellt, in denen man die eigenen Tätigkeiten und Erfahrungen schildert sowie evaluiert.

Website

Man kann zur Dokumentation der eigenen Unterrichtsplanung und Evaluation der Durchführung eine eigene Website wählen. Kostenlose und offen lizenzierte Angebote wie Hugo können hier genutzt werden. In diesem Fall benötigt man jedoch eine eigene Domain, die kostenpflichtig bei einem Provider registriert werden muss.

Wiki

Ein Wiki ist eine Anwendung, die ein gemeinsames Zusammentragen von Wissen und eine gemeinsame Dokumentation von Erfahrungen zum Ziel hat. Bei Projekten, die in einer Arbeitsgruppe durchgeführt werden, kann zur Dokumentation und gemeinsamen Evaluation daher ein Wiki genutzt werden. Es besteht die Möglichkeit, das bestehende Seminarwiki zu verwenden oder eigene Lösungen zu finden (s. Wiki, interner Link).
Als Einführung in die Evaluation von Unterricht kann ebenfalls ein Wiki genutzt werden. Z.B. kann nach dem Konzept der Uni Bielefeld in einem Reflexionswiki gearbeitet werden.