Lernen in der Postkreidezeit
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Referendariat - FAQ

9 Minuten Lesezeit

Hier findet man Angaben zu häufig auftretenden Fragen im Fachseminar Spanisch. Die Liste wird ständig ergänzt bzw. aktualisiert.

Unterrichtsplanung und -durchführung

Arbeitsformen
arbeitsgleich, arbeitsteilig, Blitzlicht, Gruppenpuzzle, Kugellager, Murmelgespräch, Tandem, Think-Pair-Share...

Correcto / Falso
Das Format ist für Klassen- oder Kursarbeiten wenig geeignet, da es zu einer ungleichen Punktverteilung führt, was verständlicherweise Diskussionen hervorruft. Ein Fehler bei correcto führt zu weniger Punktabzug als ein Fehler bei falso. Gleiche Bepunktung ist ebenso schwierig, da bei falso zwei Leistungen erbracht werden müssen (Erkennen der falschen Information, Korrektur der falschen Information), was sich auch bei der Punktvergabe widerspiegeln sollte. Ebenfalls bei correcto eine Begründung einzufordern, warum die Information richtig ist, führt zu Irritationen. Daher ist es empfehlenswerter, das Format Fehlersätze zu wählen. Hier ist in jedem Satz eine inhaltlich falsche Information enthalten, die markiert und korrigiert werden soll.

Ergebnisbesprechung
mündliche Besprechung der Ergebnisse

Ergebnispräsentation
Präsentation der Arbeitsergebnisse

Ergebnissicherung
Ergebnisse durch schriftliche Fixierung verbindlich machen

Einführung einer grammatischen Struktur
Eine grammatische Struktur kann kommunikativ im Unterrichtsgespräch oder über einen Basistext induktiv eingeführt werden. Erarbeitet wird die Struktur über den kommunikativen Wert, also über die inhaltliche Seite.

GeR
Der GeR legt nicht das Sprachniveau einer Lerngruppe fest, sondern gibt Deskriptoren für jedes Referenzniveau im Fremdsprachenlernprozess an, die dabei helfen, Kompetenzen in der Sprachverwendung eines Lerners zu evaluieren. Manche Lehrpläne legen fest, welches Referenzniveau nach welchem Lernjahr erreicht werden soll, jedoch muss immer der Ist-Zustand analysiert werden.

Hörverstehen
Mögliche begleitende Aktivitäten
s. Hörverstehen im E- und G-Kurs

Anmerkungen zu einzelnen Aktivitäten

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Das Format ist für Hörverstehen wenig geeignet. Begleitende Aktivitäten haben die Aufgabe, eine Orientierungshilfe zu geben. Mit Aspekten, die nicht im Hördokument vorkommen, lenkt man jedoch die Aufmerksamkeit auf eine Information, die dann doch nicht enthalten ist. Dabei kann es sein, dass das sehr spät auffällt und man weitere wichtige Informationen verpasst. Ebenso ist eine sinnvolle Formulierung schwierig. Teilweise ist es so deutlich, dass die Information nicht vorkommt, dass man dies bereits ohne den Hördurchgang herausfindet. Ist es weniger deutlich, dann ist es oft strittig, ob der vorgeschlagene Aspekt falsch ist oder anzukreuzen ist, dass er gar nicht vorkommt.

Transkription
Eine Transkription, auch in Form eines Vervollständigen eines Satzes oder eines Lückentextes, ist kein geeignetes Format zur Überprüfung des Hörverstehens. Bei einer Transkription geht es vor allem um die Wiedergabe von Phonem-Graphem-Beziehungen bzw. eine akustische Rekonstruktion. Diese Leistung kann bedingt auch erbracht werden ohne Spanischkenntnisse. Es bleibt jedenfalls unklar, ob bei der Transkription auch auf semantischer Ebene eine Dekodierung stattfindet.

Hypothesenbildung
dient der Hinführung zum Thema und stellt noch keine Erarbeitung dar, da hier freie Assoziationen statt überprüfbaren Aspekten möglich sind

Kompetenzorientierung
Eine Übersicht über die Kompetenzbereiche im Spanischunterricht findet sich hier.

Korrekturverhalten
Hilfen geben zur Selbstkorrektur, ggf. andere Schüler einbeziehen, Korrektur durch Lehrperson nur als letzte Möglichkeit, denn

Auf keinen Fall darf der Fehler von der Lehrperson wiederholt werden, da er sich sonst einprägt.

Lehrer-Schüler-Interaktion
Schüler-Schüler-Interaktion fördern; Lehrerecho vermeiden, da sonst alle sich auf die laute Wiederholung durch die Lehrperson verlassen, was fachfremde Unterhaltungen fördert, da man Mitschülern ja nicht zuhören muss und was die Interaktion zwischen den Schülern verhindert; eigenen Redeanteil so weit wie möglich reduzieren, kurze, präzise Arbeitsaufträge geben, differenzierte, kurze Rückmeldung auf Schülerbeiträge geben, statt diese zu wiederholen, umzuformulieren oder durch einen ausführlichen Lehrervortrag zu kommentieren.

Lehrplan
Die jeweils aktuelle Version des für die Lerngruppe vorgesehenen Lehrplans ist online (externer Link) abrufbar.

Analyse der Lerngruppe
Schülerinnen und Schüler, die in den Anforderungsbereichen II und III eher zurückhaltend sind, nur in Reproduktionsphasen dranzunehmen, ist keine geeignete Fördermaßnahme. Es muss überlegt werden, wie sie sich in alle Unterrichtsphasen einbringen können (individualisierte Zugänge zu den Lerninhalten, Partner- oder Gruppenarbeit, Scaffolding...).

Analyse der Lernvoraussetzungen
Syntax ist ein Teilgebiet der Grammatik und die Analyse von Lernvoraussetzungen in Bezug auf syntaktische Strukturen ist entsprechend in den grammatischen Bereich zu integrieren.

Lernziele

Wer nicht genau weiß, wohin er will, braucht sich nicht zu wundern, wenn er ganz woanders ankommt.

Robert F. Mager

Bei der Formulierung der Ziele müssen folgende Aspekte berücksichtigt werden:

Semantisierung
Eine Möglichkeit ist das Semantisierungsgespräch. Dabei bettet man die zu semantisierenden lexikalischen Einheiten in eine Parallelgeschichte, da ein Kontext die Behaltensleistung fördert, da er vernetzt. Die Parallelgeschichte muss sich inhaltlich von dem anschließend zu erarbeitenden Dokument entfernen und darf es nicht auch inhaltlich vorenthalten. Die lexikalischen Einheiten werden bildgestützt projiziert. Die Bild-Wort-Assoziation fördert ebenfalls durch die mehrkanalige Darstellung die Behaltensleistung. In die Semantisierungsphase sind die Schüler einzubeziehen durch Fragen, die das Verständnis kontrollieren.

Sicherung von Gruppenarbeitsergebnissen
Gruppenarbeitsergebnisse sollten auch von der Gruppe gesichert und den anderen verfügbar gemacht werden, da in der Gruppenarbeit die Verantwortung für den Lernprozess bei den Schülern liegt. Durch lehrerzentrierte Sicherung signalisiert man, dass man dies den Schülern dann doch nicht zutraut und daher die Sicherung lenken muss. Das demotiviert und stellt den Sinn der Gruppenarbeit in Frage. Außerdem werden in der Gruppenarbeitsphase Notizen gemacht, die dann vom Lehrer an die Tafel übertragen und von den Schülern noch mal abgeschrieben werden, was eine wenig effektive Nutzung der Unterrichtszeit darstellt.
digitale Möglichkeiten:
Baiboard
Etherpad / ZUMpad (arbeitsgleiche GA)
Google Tabellen (arbeitsteilige GA)
Padlet
...
analoge Möglichkeiten:
elektrostatische Folie
Moderationskarten
...

Sozialformen
Plenumsunterricht, Gruppenarbeit, Partnerarbeit, Einzelarbeit

Themenerschließung
Thema ist nicht die Einführung einer grammatischen Struktur, Texteinführung mittels Hör- oder Leseverstehen oder Analyse und Bewertung, sondern hier müssen inhaltliche Aspekte im Vordergrund stehen. Die didaktische Intention entsteht erst aus den Handlungsmöglichkeiten, die die Lerninhalte bieten.

Transfer
Bei einer Transferaktivität zu dem Stundenthema reicht es nicht, einfach eine Aktivität im Anforderungsbereich III (Reflexion und Problemlösung) zu konzipieren. Es muss sich um eine Aktivität im Anforderungsbereich III handeln, die einen Transfer der in der Stunde erarbeiteten Inhalte erfordert. Die Aktivität kann nur bearbeitet werden, wenn man die Lerninhalte der Stunde als Basis zur Reflexion bzw. Problemlösung einbezieht.

Unterrichtseinstieg
Der Einstieg dient zur Motivation und zum Aufbau einer Erwartungshaltung. Wichtig ist ein Methodenwechsel, um Monotonie zu vermeiden und Dynamik zu erhalten.

Unterrichtssprache
Unterrichtssprache ist die Zielsprache. Im Anfangsunterricht von der ersten Stunde an die Einsprachigkeit fördern (s. der Weg zur Einsprachigkeit im Fremdsprachenunterricht). Anfangs können Beiträge in deutscher Sprache akzeptiert werden; Hilfen aufzeigen, Informationen dennoch in spanischer Sprache wiederzugeben (sprachlich vereinfachte Umformulierung des Beitrags, Hinweis auf Analogien zu anderen Sprachen oder Internationalismen als Synonyme zu dem deutschen Begriff, Hinweis auf Passepartout-Verben statt dem spezifischen Ausdruck...).

Organisation des Ausbildungs- sowie eigenverantwortlichen Unterrichts

Klassenarbeiten
Hinweise zu Konzeption und Bewertung; vor dem Klassenarbeitstermin ist der Fachleiterin die Konzeption vorzulegen (Besprechung der Konzeption als Teil des Ausbildungsunterrichts, Absicherung vor Schulleitung und Eltern)

Lehrprobenanmeldung
Terminabsprache mit der Fachleiterin, Verfügbarkeit des Termins bei der Schulleitung (in der Regel stellv. Schulleitung) prüfen, Terminwunsch an Studienseminar mailen, endgültigen Termin bei der Schulleitung (in der Regel stellv. Schulleitung) zwecks Vermeidung von Stundenplanänderungen und Raumwechseln angeben;

Lehrprobenthema
Damit das Lehrprobenthema in die Unterrichtsreihe passt, ist rechtzeitig vor dem Termin der Themenmitteilung eine Grobübersicht über behandelte und bis zum Lehrprobentermin noch zu behandelnde Themen zuzusenden. Nach Themenmitteilung kann die Planung wieder umgestellt werden, wenn Lernvoraussetzungen geschaffen oder Hinführungen zum Thema eingeplant werden.

Oberstufe
um kommunikative Kompetenzen gleichberechtigt zu fördern und abiturrelevante Formate zu berücksichtigen, je einmal pro Woche Kurznachrichten als HV und als LV einsetzen, darüber hinaus Analysen von Karikaturen und Statistiken sowie redacción literaria (EK) und comentario (GK) in die Unterrichtsreihe integrieren;

Evaluation des Ausbildungsprozesses

Lehrprobe
Die Bewertung erfolgt kriteriengeleitet, s. Evaluationsbogen.

Lehrprobenentwurf
Der Lehrprobenentwurf stellt ein Planungsinstrument dar. Daher ist es wichtig, bei der Planung der Lehrprobenstunde systematisch die angegebenen Bereiche zu analysieren und nicht vorschnell die unterrichtspraktische Umsetzung zu konzipieren, da sonst wichtige Bedingungen für einen erfolgreichen Stundenverlauf übersehen werden könnten.
Informationen und Hinweise zum Erstellen des Lehrprobenentwurfs finden sich in der Handreichung für den Lehrprobenentwurf auf dem BSCW-Server.
Es gibt keine Vorgaben, wie stark der Lehrprobenentwurf im Verhältnis zur Lehrprobenstunde bei der Bewertung gewichtet wird. Lückenhafte, unpräzise bzw. missverständliche sowie nicht korrekte Ausführungen im Entwurf werden vielmehr danach bewertet, inwiefern sie sich auf die Unterrichtsstunde negativ auswirken oder für die Stunde nicht von Relevanz sind.