Lernen in der Postkreidezeit
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Digitaler Workflow im Unterricht mit Google Drive

4 Minuten Lesezeit

Warum ein digitaler Workflow?

Verfügbarkeit der Materialien und Informationen zu jeder Zeit und an jedem Ort
direkte Verfügbarkeit der Materialien und Informationen
direkte Weitergabe der Materialien und Informationen ohne Zeitaufwand
Archivierung von Materialien und Informationen
Dokumentation von Arbeitsergebnissen für Mitschüler und Eltern
keine Kopierkosten und kein Papierverbrauch
Übersichtlichkeit über Materialien und Informationen, keine "fliegenden Blätter"
Vermeidung eines Medienbruchs zwischen schulischer und außerschulischer Arbeit
Förderung der Medienkompetenz

Was ist für eine effektive Gestaltung des digitalen Workflows wichtig?

Für mich ist wichtig, dass ein zentraler Ablageort und Kommunikationskanal verwendet wird und Lernende nicht mehrere Anwendungen nutzen müssen, um auf Materialien und Informationen zugreifen zu können, da sonst schnell der Überblick verloren geht und Informationen übersehen werden. Hilfreich ist für die Organisation, auf ein digitales Lernmanagementsystem zurückzugreifen. Dieses sollte folgende Eigenschaften erfüllen, damit es von allen ohne Zwänge bzw. Einschränkungen genutzt werden kann und als Arbeitsumgebung angenommen wird:
plattformunabhängig
systemübergreifend
individuell gestaltbar
benutzerfreundlich
barrierefrei
registrierungsfrei
Man sollte ein System nicht dauernd wechseln, da es für Lernende frustrierend ist, sich immer wieder in eine neue Vorgehensweise und Handhabung einarbeiten zu müssen. Daher sollte man ein Lernmagagementsystem wählen, das mit hoher Wahrscheinlichkeit länger bestehen und weiterentwickelt wird.

Warum Google Drive?

Ich habe bereits mit anderen Systemen gearbeitet und momentan finde ich persönlich die Arbeit mit Google Drive sinnvoll und angenehm. Das heißt nicht, dass andere dies auch so empfinden müssen. Die Vorstellung meiner Arbeit mit Google Drive soll nur als Beispiel dienen. Vieles ist übertragbar auf andere Systeme und kann vielleicht hilfreich bei der Organisation des digitalen Workflows sein, auch wenn man sich für eine andere Möglichkeit entscheidet.

Was kann Google Drive?

Speichern von Dateien unterschiedlicher Formate
Erstellen von Dokumenten, individuell oder kollaborativ
Teilen von Dokumenten mit anderen Systemen
Integration anderer Apps
Kommunikation über den Workchat
Individuelle Strukturierung / Gestaltung
Einrichten eines individuellen und kollaborativen Bereichs
Nutzung auch privat außerhalb des schulischen Kontextes
barrierefreies Arbeiten (Eingabemöglichkeit über Tastatur, Stift, Finger, Stimme; Einstellung in verschiedenen Sprachen und Übersetzungshilfen; VoiceOver; mehr Infos dazu findet man im Nutzerhandbuch)

Wie sieht es mit dem Schutz persönlicher Daten aus?

Google Drive kann unterschiedlich genutzt werden und jeder kann individuell entscheiden, in welchem Umfang man Google Drive mit persönlichen Daten verknüpfen oder dies ganz vermeiden möchte. Dazu habe ich folgende Elterninfo erstellt:

Wie kann man mit Google Drive arbeiten?

Um auf diese Art individuell arbeiten zu können, habe ich die Option Linkfreigabe gewählt und so eingestellt, dass jeder, der über den Link verfügt, bearbeiten darf.

Die Erlaubnis zum Bearbeiten ist wichtig, damit gemeinsam von unterschiedlichen Geräten aus an einem Dokument gearbeitet werden kann. Man kann am Ende der Stunde allerdings mit einem Klick die Einstellung auch auf "Jeder mit dem Link darf Datei ansehen" umstellen. Dies kann individuell für jedes Dokument entschieden werden. Die Voreinstellung für ein Dokument ist die der Ordnereinstellung.
Bisher habe ich keine negativen Erfahrungen mit der Freigabe und dem Recht auf Bearbeiten gemacht. Notfalls können unerwünschte Aktivitäten über den Überarbeitungsverlauf verfolgt und wieder rückgängig gemacht werden.

Zu Beginn des Schuljahres erhalten die Schüler den Link zum Ordner und haben damit Zugriff auf alle Inhalte und es muss nicht für jedes Dokument immer wieder ein neuer Link angegeben werden.

Textdokumente, Präsentationen und Tabellen werden direkt in Google Drive erstellt und stehen direkt jedem zur Verfügung. Dabei kann es sich um individuelle Materialien handeln oder es kann kollaborativ an einem Dokument gearbeitet werden. Eingaben und Änderungen sind in Echtzeit direkt sichtbar.
Arbeitsergebnisse, die in anderen Anwendungen entstanden sind, werden in Google Drive integriert (ZUMpad, Padlet, MindMeister...). Ist dies nicht möglich, stelle ich den Link dazu in Google Drive zur Verfügung (Blog, Wiki, Quizlet, Kahoot, Tripline, ThingLink...). Damit befinden sich alle Materialien und Informationen an einem zentralen Ort.
Umfragen und Lernerfolgskontrollen lassen sich über Google Formulare erstellen, durchführen und direkt auswerten.

siehe auch:
Lernen all inclusive - individualisiertes und inklusives Lernen mit iPads
molol16 - mobiles Lernen mit Tablets & Co
excitingEDU - Appimpuls
digitale Lernumgebungen

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