Lernen in der Postkreidezeit
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Lernen braucht Raum

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Bei der Beitragsparade der #edupnx geht es im Juni um das Thema Neue Raumkonzepte für Klassenzimmer. Bei Raumkonzepten sollte meiner Meinung nach im Vordergrund die Überlegung stehen, welche Konzepte lernförderlich sind und weniger die Frage, was kostengünstiger oder für den ein oder anderen bequemer ist. Meiner Meinung nach geht es daher weniger um die Diskussion Klassen- oder Lehrerraumprinzip, sondern um ein komplettes Überdenken, wie die Gestaltung schulischen Lernens motivierend sowie aktivierend erfolgen und zu selbstständigem Lernen führen kann. Das Raumkonzept sollte dann das didaktische Konzept widerspiegeln.

Wie können Lernprozesse initiiert und gefördert werden?

Kinder kommen mit einer natürlichen Neugier an ihrer Umgebung zur Welt. Eigeninitiativ erkunden sie ihre Welt. Mit der Einschulung wird diese kindliche Neugier jedoch oft in vorgegebene Bahnen gelenkt und es bleibt wenig Raum für freie Entfaltung. Ganz ohne gemeinsame Ziele geht es natürlich nicht, wenn Kinder sich zu selbstbewussten, kritisch sowie demokratisch denkenden Erwachsenen entwickeln sollen. Die Frage besteht allerdings darin, wie ich Lernprozesse initiieren und fördern kann, damit diese natürliche Neugier erhalten bleibt. Auch bei gemeinsamen Zielen muss nicht jeder Schüler zu derselben Zeit an demselben Ort dieselbe Aufgabe abarbeiten, denn auf diese gelenkte und individuelle Aspekte ignorierende Art werden nicht alle das gemeinsame Ziel erreichen. Es geht also darum, das Lernsetting so zu gestalten, dass unterschiedliche Zugänge zu dem Lerninhalt sowie unterschiedliche Lernwege innerhalb eines gemeinsamen Gesamtrahmens in individueller Arbeitszeit und auch mit Öffnung hin zu individuellen Lernorten ermöglicht werden.

Welche Lernräume sind lernförderlich?

Möchte man Lernprozesse offen gestalten, muss es auch offene Räume geben. Mir persönlich ist zum Lernen auch eine Umgebung wichtig, in der ich mich wohlfühle. Das bedeutet, dass Schüler in die Gestaltung der Räume einbezogen werden. Oft ist das Lernen in der Gruppe motivierend und durch Zusammenarbeit entstehen durch konnektivistisches Prinzip Ergebnisse, die man alleine nicht geschafft hätte. Manchmal möchte man sich aus unterschiedlichen Gründen aber auch zum Lernen zurückziehen. Daher wäre meiner Meinung nach ein Raumkonzept wichtig, dass gemeinsame Lernräume, aber auch individuelle Rückzugsmöglichkeiten anbietet. Es könnte Räume geben, in denen zu Kernzeiten im Plenum Aspekte und Vorgehensweisen besprochen werden, um dann an Plätzen für Gruppenarbeit oder an individuellen Arbeitsplätzen selbstständig an den Themen zu arbeiten. In dem Plenumsraum könnte die Lehrperson weiterhin als Ansprechpartnerin bei Fragen oder Problemen erreichbar bleiben.
Ein Beispiel, das ich als ein angenehmes, lernförderliches Raumkonzept empfinde, ist die Gestaltung der Lernräume in dem VUC SYD. Die Konzeption muss jedoch zum didaktischen Konzept passen und daher erachte ich es als sinnvoll, dass jede Schule gemeinsam mit allen Beteiligten eine für sie passende Raumgestaltung entwickelt.

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