Lernen in der Postkreidezeit
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Mastodon im Bildungsbereich

3 Minuten Lesezeit

Bei den Links handelt es sich, sofern nicht als intern angegeben, um externe Links.

Was ist Mastodon?

Mastodon ist ein soziales Netzwerk, das ähnlich wie der Mikrobloggingdienst Twitter funktioniert, aber von den Nutzern gestaltet wird. Das Netzwerk ist dezentral in Instanzen gegliedert. Jeder kann eine Instanz einrichten und selbst hosten oder von Anbietern wie masto.host hosten lassen. Die Software ist Open Source und über Github verfügbar. Oder man tritt einer bereits bestehenden Instanz bei, die man je nach Interessen wählt. Möchte man mit vielen Menschen kommunizieren, wählt man eine Instanz mit vielen Mitgliedern und einer zuverlässigen Administration wie mastodon.social. Möchte man bestimmte Themen oder lokale Infos verfolgen, wählt man eine entsprechende themenzentrierte Instanz wie bildung.social oder social.saarland. Die Website Mastodon instances gibt Orientierungshilfen für die Instanzenwahl.

Warum Mastodon?

Denzentralisierung, Demokratisierung, Datensouveränität...
Bei Steffen Voß kann man in dem Artikel Mastodon und das Fediverse mehr darüber lesen.

Wie funktioniert Mastodon?

Mastodon weist eine dezentrale Struktur auf. Die Föderation der unterschiedlichen Server nennt man Fediverse.
Man vernetzt sich mit anderen, indem man ihnen folgt. Und Follower sind diejenigen, die einem folgen.
Beiträge heißen Tröts bzw. Toots. Sie können bis zu 500 Zeichen lang sein und Links, Hashtags sowie Bilder/Videos enthalten. Man kann bei jedem Post die Sichtbarkeit auswählen.

Man kann den Inhalt eines Tröts maskieren und einen Hinweis auf den Inhalt darüberlegen. Dafür klickt man auf CW (Content Warning). Dies bietet sich z.B. an bei einem Spoiler oder der Angabe des Themas bei einem längeren Tröt. Bei Relevanz kann dann der Inhalt durch Klick angezeigt werden.
Gefällt einem ein Tröt, kann man ihn favorisieren, indem man den Stern anklickt. Die gelikten Tröts nennt man Favourites.
Man kann den Tröt eines anderen teilen. Dies nennt man Boost. Dafür klickt man den Pfeil-Kreislauf an.
Man kann auf einen Tröt antworten. Dies nennt man Reply. Dafür klickt man den Pfeil an.

Es gibt mehrere Timelines. Je nachdem, welche Informationen man möchte, wählt man die entsprechende aus.
Die Home-Timeline zeigt die Tröts derer an, denen man folgt.
Die Local-Timeline zeigt die Tröts an, die in der eigenen Instanz gepostet werden.
Die Federation-Timeline zeigt die Tröts der vernetzten Instanzen an.

Wie kann Mastodon für den Bildungsbereich interessant sein?

In einem Gespräch über Mastodon äußerte Rüdiger Fries die Idee einer Instanz zu Bildungsthemen. Daraufhin beschlossen wir, gemeinsam die Instanz bildung.social einzurichten. Gehostet wird sie von masto.host. Wer mittröten möchte, ist herzlich dazu eingeladen. Einfach bei der Instanz anmelden oder dem Einladungslink folgen.

Neben dem Austausch zu und der Diskussion über Bildungsthemen kann Mastodon aber auch interessant für die unterrichtliche Nutzung sein. Man kann Schülerinnen und Schüler eine Instanz einrichten und analysieren lassen, wie soziale Netzwerke funktionieren. Darüber hinaus fördert dies das Bewusstsein für eine dezentrale, demokratische sowie datensouveräne Netznutzung.
Man kann aber auch eine Schulinstanz oder Lerngruppeninstanz einrichten und im Unterricht nutzen wie Twitter (s. Twitter im Fremdsprachenunterricht, interner Link). Der Vorteil gegenüber Twitter besteht darin, dass die Timeline chronologisch strukturiert ist, keine Werbung eingeblendet wird und keine Datenanalysen erhoben werden.

Vielleicht lesen wir uns ja im Fediverse :)