Lernen in der Postkreidezeit
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Mediendidaktik in der Lehrerinnen- und Lehrerausbildung

5 Minuten Lesezeit

Bei den Links handelt es sich, sofern nicht als intern angegeben, um externe Links.

Gesamtkonzept für alle Phasen

Als Gesamtkonzept für die drei Phasen der Lehrerinnen- und Lehrerbildung könnten folgende Schwerpunkte gesetzt werden:

  1. Phase (Universität)
    Aufbau bzw. Weiterentwicklung eines digitalen Bewusstseins
  2. Phase (Studienseminar)
    Weiterentwicklung der eigenen Medienkompetenz durch Einblicke in und Anwendung von digitalen Möglichkeiten zur Gestaltung von Lehr-Lern-Prozessen sowie Reflexion der Mediennutzung
  3. Phase (Fortbildungsinstitute)
    Weiterentwicklung der eigenen Medienkompetenz und Vernetzung, um digitale Möglichkeiten effektiv zur Gestaltung einer Lernkultur zu nutzen

Angebote in der ersten Phase

In der ersten Phase könnten folgende Inhalte in einem studienbegleitenden Onlinekurs angeboten werden:

In einem MakerLab könnten als freiwilliges Angebot Anwendungen zur Organisation eines digitalen Workflows und zur Unterstützung von Lehr-Lern-Prozessen vorgestellt und ausprobiert werden.

Gestaltung der zweiten Phase

In der zweiten Phase werden studienseminarübegreifende und studienseminarspezifische Angebote kombiniert (s. Mediendidaktik im Staatl. Studienseminar für die Sekundarstufen I und II an Gymnasien und Gemeinschaftsschulen im Saarland).

Gestaltung der dritten Phase

In der dritten Phase geht es um Fortbildungs- und Vernetzungsangebote, um die eigene Medienkompetenz durch kritische Auseinandersetzung mit digitalen Möglichkeiten kontinuierlich weiterzuentwickeln und eine Lernkultur durch reflektierte Mediennutzung mitzugestalten.

Mediendidaktik im Staatl. Studienseminar für die Sekundarstufen I und II an Gymnasien und Gemeinschaftsschulen im Saarland

Im Staatlichen Studienseminar für die Sekundarstufen I und II an Gymnasien und Gemeinschaftsschulen im Saarland gibt es unterschiedliche Angebote zu Mediendidaktik. Im ersten Semester gibt es einen Onlinekurs sowie ein Hauptseminar, im zweiten und dritten Semester jeweils ein weiteres Hauptseminar. Die Hauptseminarmodule umfassen jeweils 3 Zeitstunden. Zudem ist Mediendidaktik in die Arbeit in den Fachseminaren integriert. Darüber hinaus gibt es mit den monatlich erscheinenden News aus der digitalen Welt (interner Link) ein kontinuierliches Angebot. Mediendidaktik kann in der mündlichen Prüfung im Rahmen des 2. Staatsexamens als Schwerpunktthema im Bereich Allgemeine Didaktik gewählt werden (s. Mediendidaktik in der Qualifizierung von Lehrerinnen und Lehrern im Vorbereitungsdienst) (interner Link). Im Detail gestalten sich die Angebote wie folgt:

Mediendidaktik im ersten Semester

Medienkurs

Bei dem Medienkurs handelt es sich um einen Onlinekurs, der studienseminarübergreifend angeboten wird. Der erfolgreiche Abschluss ist verpflichtend. Als Arbeits- und Kommunikationsplattform wird ProfIL genutzt.
Das Konzept wurde gemeinsam erarbeitet von Vertretern des Ministeriums für Bildung und Kultur, der Studienseminare, des Zentrums für Lehrerbildung der Universität sowie des Landesinstituts für Pädagogik und Medien. Mit der Gestaltung und Durchführung wurden interne und externe Mitarbeiter beauftragt. Der Medienkurs beinhaltet folgende Etappen:

Kickoff
In einer Kickoff-Veranstaltung werden in Präsenzform ein Überblick über die Konzeption des Medienkurses und Hinweise zur Arbeit in der Plattform sowie zu den Anforderungen für einen erfolgreichen Abschluss gegeben. Darüber hianus werden die digitalen Angebote des LPM vorgestellt (Geräte- bzw. Medienausleihe, Medienkatalog). Danach kann der Onlinekurs im Selbststudium durchgearbeitet werden. Begleitend finden digitale Sprechstunden sowie Sprechstunden in Präsenzform statt, die individuell und auf freiwilliger Basis genutzt werden können.

Pflichtbereich
Im Pflichtbereich geht es um Aspekte des Datenschutzes, des Urheberrechts sowie offener Bildungsressourcen.

Webinar
Das Webinar Act in Space (interner Link) stellt ein Verbindungsangebot zwischen den Pflicht- und den Wahlpflichtmodulen dar. Es wird gemeinsam reflektiert, inwiefern die Inhalte aus dem Pflichtbereich bereits im Unterricht angewandt werden konnten. Danach werden die Angebote des Wahlpflichtbereichs vorgestellt. Zum Abschluss wird gemeinsam überlegt, wie man das Format des Webinars für den eigenen Unterricht nutzen könnte.

Wahlpflichtbereich
Aus den Angeboten soll ein Modul ausgewählt werden, das durchgearbeitet wird. Zu diesem Bereich soll zudem ein Unterrichtsversuch durchgeführt werden, der dokumentiert und allen als OER zur Verfügung gestellt wird. Die anderen Module können freiwillig ebenfalls komplett oder in Teilen freiwillig durchgearbeitet werden. Alle Module sind für alle freigeschaltet.

Das aktuelle Angebot enthält folgende Module:

Der Medienkurs wird kontinuierlich evaluiert und entsprechend weiterentwickelt. Es wird überlegt, nach dem Prinzip des Kurskiosks (interner Link) ggf. weitere Module zu erstellen.

Hauptseminar Mediendidaktik

In dem dreistündigen Hauptseminar wird das Potenzial digitaler Medien für individualisiertes Lernen, konnektivistisches Lernen, gamifiziertes Lernen sowie Lernen in virtuellen Welten vorgestellt. In einem MakerLab können Anwendungen zu den Bereichen ausprobiert werden. Es wird zudem überlegt und im Seminarwiki dokumentiert, wie man diese Anwendungen im Unterricht zur Förderung von Lernprozessen nutzen kann.

Hauptseminar Medienpraxis im zweiten Semester

In dem dreistündigen Hauptseminar wird gemeinsam besprochen, wie Schulen ausgestattet sein können und wie diese Ausstattung sinnvoll genutzt werden kann. Es werden darüber hinaus Vor- und Nachteile bestimmter Ausstattungskonzepte analysiert. Ebenfalls thematisiert werden Exitstrategien. Abschließend werden konkrete Lernsettings für das eigene Fach konzipiert, wie digitale Medien Lehr-Lern-Prozesse unterstützen können.

Hauptseminar Mediennutzungs- und Medienhandlungskompetenz im dritten Semester

In dem dreistündigen Hauptseminar wird vorgestellt und diskutiert, wie digitale Lernumgebungen gestaltet werden können. Ebenfalls vorgestellt und besprochen werden Vernetzungsmöglichkeiten, um gemeinsam digitale Transformation im schulischen Kontext zu gestalten. Dabei soll es auch um OEP (Open Educational Practices) gehen. Es wird vorgestellt und anhand eines konkreten Unterrichtsthemas aus dem eigenen Fach umgesetzt, wie OER (Open Education Resources) genutzt, erstellt und geteilt werden können.

Mediendidaktik in der dritten Phase

Zu mediendidaktischen Aspekten bieten im Saarland Fortbildungsinstitute wie das LPM, das ILF sowie die LMS Veranstaltungen an. In dem Vernetzungsangebot ProfIL des MBK und des LPM kann u.a. der Bereich Medienbildung gewählt werden.

weitere Infos

Bei diesem Konzept handelt es sich um eine Weiterentwicklung des Konzepts Mediendidaktik in der Qualifizierung von Lehrerinnen und Lehrern im Vorbereitungsdienst (interner Link).

Die Kompetenzbereiche orientieren sich an der Strategie der Kultusministerkonferenz: Bildung in der digitalen Welt.