Lernen in der Postkreidezeit
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E-Portfolio in der Lehrerinnen- und Lehrerausbildung

4 Minuten Lesezeit

Bei den Links handelt es sich, sofern nicht als intern angegeben, um externe Links.

Didaktische Intention

Das E-Portfolio wird in der 2. Phase der Ausbildung (Studienseminar) eingesetzt als Orientierungsrahmen zur Evaluation der eigenen Professionalisierung, als Strukturierungshilfe für Unterrichtsentwicklung und zur Weiterentwicklung unterrichtlicher Handlungskompetenz. Ein E-Portfolio soll zu einer PLE (Personal Learning Environment/Persönliche Lernumgebung) werden. Es soll helfen, Reflexionsprozesse zu initiieren, zu organisieren sowie zu dokumentieren. Die Dokumentation gibt einen Überblick, den man für sich selbst für weitere Unterrichtsprojekte als Planungshilfe nutzen kann. Man kann im digitalen Portfolio Bereiche freigeben, um gemeinsam mit anderen die Entwicklung in Portfoliogesprächen oder in Form von digitalem formativem Feedback zu besprechen. Es kann auch ein gemeinsamer Bereich eingerichtet werden, um im Team durchgeführte Unterrichtsprojekte gemeinsam zu dokumentieren und zu evaluieren.
In unserem Studienseminar ist ein individuell konzipiertes E-Portfolio in die Seminar-Website integriert, sodass Information, Kommunikation, Kollaboration sowie Dokumentation und Reflexion an einem digitalen Ort zusammenkommen.

Struktur

Das E-Portfolio kann aus mehreren Teilen bestehen.

Konzeption

Das E-Portfolio ist als Lern- und Präsentationsportfolio konzipiert. Es dient nicht der Leistungsbewertung, sondern der Selbstreflexion sowie der Übernahme von Verantwortung für den eigenen Professionalisierungsprozess. Mit dem E-Portfolio wird eine Möglichkeit aufgezeigt und ausprobiert, wie man an der eigenen Professionalisierung arbeiten und diese auch nach dem Vorbereitungsdienst weiterentwickeln kann. Der freigegebene Teil wird zudem genutzt als Grundlage für ein formatives Feedback von anderen Referendarinnen/ Referendaren, Fachleiterinnen/Fachleitern sowie der Seminarleitung.

Der Reflexionsbereich ist vorstrukturiert. In der Reflexion soll eine Theorie-Praxis-Vernetzung stattfinden. Die Verknüpfung von Inhalten der Seminare mit der Anwendung in der Praxis soll dabei gefördert werden. In der Selbstreflexion werden folgende Kompetenzbereiche betrachtet

Zu den Reflexionsimpulsen werden Orientierungshilfen angeboten (s. z.B. Selbstreflexion, interner Link).

Der offene Bereich zur Reflexion der Lernfortschritte ist optional. Wer seine Professionalisierung und Unterrichtsentwicklung strukturiert angehen möchte, kann die für sich passende Vorgehensweise und das für sich geeignete Medium wählen (s. Individualisierung der Professionalisierung). Es muss nicht eine Reflexionsform beibehalten werden, sondern es können mehrere Möglichkeiten erprobt und kombiniert werden.

In dem Uploadbereich werden Tandemhospitationen sowie Teamprojekte dokumentiert und evaluiert. Darüber hinaus kann eine Stunde, in der die Fachleiterin bzw. der Fachleiter nicht hospitiert hat und die zeigt, wie an didaktischen Baustellen gearbeitet wurde, dokumentiert und evaluiert werden.

Es kann eine Tagfunktion genutzt werden, um individuell die eigenen Eingaben zu taggen. Dies hilft, Ideen miteinander zu vernetzen oder diese unter bestimmten Aspekten schnell wiederzufinden für weitere Planungen sowie für die Arbeit an eigenen Entwicklungsschwerpunkten.

Individualisierung der Professionalisierung

Das Portfolio soll individualisiertes sowie interessenbezogenes Arbeiten ermöglichen. Die Form der Reflexion kann daher frei gewählt werden.

s. digitale Möglichkeiten der Evaluation in der Lehrerausbildung (interner Link)

Werden analoge Formen gewählt, können die Ergebnisse eingescannt und hochgeladen werden. Werden digitale Möglichkeiten wie Blog oder Wiki gewählt, kann der Link zu der Website eingefügt werden. Werden digitale Formate wie Green Screen-Dokumentation, Sprachnotizen oder E-Book präferiert, kann das Ergebnis in das Portfolio eingefügt werden werden.

Auch was wie evaluiert wird, kann individuell entschieden werden. In Form eines Lerntagebuchs können die Arbeitswege reflektiert und ggf. angepasst werden. Es können einzelne Unterrichtsprojekte evaluiert werden. Es kann zu festen Zeitpunkten eine Reflexion der beruflichen Entwicklung stattfinden oder es kann spontan zu bestimmten Aspekten eine Reflexion erfolgen.

Literatur

Print

Bräuer, Gerd (2016): Das Portfolio als Reflexionsmedium für Lehrende und Studierende. Opladen/Toronto: Verlag Barbara Budrich.

Hellmann, Katharina; Kreutz, Jessica; Schwichow, Martin; Zaki, Katja (2019): Kohärenz in der Lehrerbildung. Wiesbaden, Springer.

Internet

Das Portfolio in der Ausbildung – Hamburger Modell

Das E-Portfolio in der Lehrerbildung aus Perspektive von Studierenden

Didaktische Einsatzszenarien für Blogs und E-Portfolios

Systeme im Einsatz