Lernen in der Postkreidezeit
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SCRUM für eine agile Lehrwerksarbeit

3 Minuten Lesezeit

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siehe auch Agilität im schulischen Lernen

Agile Projektmethoden stellen die Interessen, Bedürfnisse und Arbeitsweisen der Lerner in den Vordergrund und helfen somit, Arbeitsprozesse zu individualisieren und gleichzeitig die Arbeit im Team zu fördern. SCRUM ist ein Vorgehensmodell, das Struktur in die Projektarbeit bringt. Um den Lernern bei der Lehrwerksarbeit Eigenverantwortung und Freiräume für die Gestaltung ihrer Lernprozesse zu geben, wird ein Modul als agiles Projekt bearbeitet. Die Rollen im SCRUM-Framework und Vorgehensweisen müssen schulischen Strukturen angepasst werden. Für die Projektplanung und -durchführung kann man Anwendungen wie Trello nutzen. Da wir ein digitales Lernmanagement eingeführt haben, haben wir Anwendungen verwendet, die sich dort integrieren lassen.

Wann eignet sich SCRUM?

SCRUM kann helfen, Struktur in komplexe Projekte zu bringen, bei denen es schwierig ist, direkt einen umfassenden Entwicklungsplan zu erstellen. SCRUM kann durch dieses strukturierte Vorgehen helfen, gemeinsam Ideen für Lösungswege und für die Umsetzung des Plans zu entwickeln.

Wie kann man vorgehen?

Ein Backlog wird vorgegeben mit den Angaben der Rahmenanforderungen. Für diesen werden im Team Teilschritte, sogenannte Sprints entwickelt. Ein Detailplan wird schrittweise für jeden Sprint erstellt. Nach jedem Sprint werden die Vorgehensweise und das Ergebnis evaluiert. Es wird analysiert, welche Schritte noch fehlen, um das Gesamtziel zu erreichen und welche Lösungswege möglich sind. Daraus wird der Detailplan für den nächsten Sprint entwickelt.
Das SCRUM-Team ist verantwortlich für den Erfolg des Projekts. Es gestaltet die Arbeitsprozesse zum Erreichen der Ziele. Es legt fest, welche Aspekte wie, in welcher Reihenfolge und in welcher Zeit von wem erarbeitet werden sollen. Es evaluiert die Zwischenergebnisse und passt weitere Vorgehensweisen an.
Die Lehrperson ist als Projektbegleiter dafür verantwortlich, dass das Projekt als Rahmenwerk gelingt. Sie arbeitet mit dem Team zusammen, ist jedoch nicht Teil des Teams. Sie führt die Projektregeln ein, achtet auf die Einhaltung, hilft bei Problemen und gibt konstruktives Feedback bei der Evaluation der Zwischenergebnisse.

Wie kann die Organisation aussehen?

Backlog

Die Anforderungen an das Projekt sind die selbstständige Erarbeitung des Lehrwerkmoduls. Dafür werden aus dem Inhaltsverzeichnis der Überblick über den thematischen Schwerpunkt des Moduls, die weiterzuentwickelnden kommunikativen Kompetenzen, die dazu nötigen sprachlichen Mittel sowie die zu erarbeitenden interkulturellen Aspekte projiziert. Das SCRUM-Team strukturiert die Aspekte und definiert näher bzw. differenziert die Inhalte. Der Stand wird nach jedem Sprint im Backlog Refinement aktualisiert.

Sprint-Planung

Zu Beginn des Projekts erstellt das Team zu dem vorgelegten Backlog ein Backlog Refinement, in dem festgelegt wird, was wie erreicht werden soll. Dafür kann Padlet genutzt werden.

Dieser Plan wird im Projektverlauf fortgeführt. Für jeden Sprint legt das Team fest, was wie in welcher Zeit von wem erarbeitet werden soll. Dafür erstellt das Team Tasks zu den Inhalten aus dem Backlog.

Sprint

Ein Sprint ist ein Arbeitsabschnitt innerhalb eines kurzen Zeitraums. Hier wird an den vorher definierten Teilzielen gearbeitet. Der Sprint kann über Classroomscreen visualisiert werden zur Zeiteinhaltung. Das Team entscheidet, ob es für einen Sprint eine Schulstunde oder eine Doppelstunde braucht.

Die Definition of Done sowie die Arbeit am Projekt werden in dem LMS dokumentiert und sind jederzeit für alle einsehbar, um Transparenz zu schaffen und den Projektstand analysieren und steuern zu können.

Sprint-Review und Retrospektive

In den Reviews werden das Ergebnis sowie in den Retrospektiven die Vorgehensweise analysiert. Die Lehrperson analysiert, ob Anforderungen effektiv erreicht wurden und gibt als Facilitator konstruktives Feedback.

abschließende Retrospektive

Nach Beendigung des Projekts wird evaluiert, ob die Ergebnisse für alle zufriedenstellend sind und wie effektiv die gewählten Vorgehensweisen waren, um daraus für das nächste Projekt wichtige Erfahrungen zu sammeln und die Arbeit am nächsten Projekt zu verbessern.