Lernen in der Postkreidezeit
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Aktivierung in Seminaren

7 Minuten Lesezeit

Bei den Links handelt es sich, sofern nicht als intern angegeben, um externe Links.

Seminare leben von der aktiven Beteiligung aller. Zu Beginn muss eine angenehme Arbeitsatmosphäre geschaffen und das Eis gebrochen werden, damit sich alle gerne einbringen.

s. Seminarstart (interner Link)

Im weiteren Verlauf muss das Interesse an den Inhalten und an der Zusammenarbeit im Team aufrechterhalten werden. Wichtig dafür sind eine Methodenvielfalt, eine Methodenangemessenheit sowie signifikante Inhalte. Folgende Methoden können zur Aktivierung der Teilnehmer beitragen.

Archäologenkongress

Die Methode Archäologenkongress bietet sich an zur textbasierten Erarbeitung eines Themas. Die Seminargruppe wird in Archäologenteams geteilt. Diese forschen nach Inhalten. Jedes Team erhält die Textvorlage, die in Schnipsel zerschnitten ist. Die Schnipsel werden gelesen und in der Gruppe diskutiert, wie die Inhalte zu einem Gesamtbild zusammengefügt werden können. Die Aspekte werden in einer Grafik visualisiert.

Back Channelling

In einem Back Channel geben die Teilnehmer Rückmeldung zu Seminargesprächen oder individuellen Arbeitsprozessen im Seminar. Das Feedback kann kontinuierlich oder punktuell erfolgen. Es kann digital organisiert werden, was den Vorteil hat, dass Gesprächsstränge oder laufende Arbeitsprozesse nicht unterbrochen werden, aber dennoch die entstandene Idee, Anmerkung, Frage zu gegebenem Zeitpunkt thematisiert wird. Darüber hinaus können die Inhalte archiviert und allen zur Verfügung gestellt werden. Kontinuierlich kann eine Rückmeldung erfolgen zu einem Vortrag oder während einer selbstständigen Inhaltserarbeitung. In das Gespräch bzw. in die Arbeitsprozesse können auch punktuelle Feedbackphasen eingeplant werden. Feedback kann eingeholt werden zu den Lerninhalten oder zu der Vorgehensweise. Genutzt werden können Back Channel-Anwendungen wie
Mentimeter
Oncoo
sli.do

Bingo

Ein Bingo kann zur Reflexion einer thematischen Einheit eingesetzt werden. Dabei geht es darum, die Reflexion über eine Reihe von Reflexionsimpulsen zu strukturieren.

s. Idee und Beispiel von Nele Hirsch vom eBildungslabor

Beispiel zum Thema Unterrichtsqualität

Breakout

Inhalte können selbstständig in spielerischer Form erarbeitet werden in Form eines Breakouts. Konzeptionell orientiert sich ein Breakout an Exit Games bzw. Escape Room-Abenteuern. In dem Spiel geht es darum, als Team Herausforderungen zu meistern, um Codes zu erhalten, die zum Öffnen einer Truhe führen. In der Truhe können sich Belohnungen z.B. in Form von Schokomünzen oder Links zu folgenden Seminarthemen oder weiterführenden Seminarunterlagen befinden. Die Links können in Form eines QR Codes gestaltet sein. Ein Breakout kann in digitaler oder analoger Form durchgeführt werden. Die Herausforderungen werden so gestaltet, dass durch die Bearbeitung die Lerninhalte erarbeitet werden.

Challenge Based Learning mit SPLOTs

SPLOTs sind Anwendungen zum Erstellen von Lerneinheiten, die selbstständig individuell oder im Team durchgearbeitet werden können. Die Ergebnisse werden zusammengetragen und im Plenum besprochen. Beispiele hierzu findet man bei Nele Hirsch oder Alan Levine.

Denkhüte

Bei der von Edward de Bono entwickelten Kreativitätstechnik geht es darum, sich in unterschiedliche Denkweisen hineinzuversetzen. In der Gruppe wird die gegebene Situation analysiert und aus unterschiedlichen Perspektiven heraus kommentiert. Dabei übernimmt jedes Gruppenmitglied einen Denkhut und damit eine bestimmte Haltung gegenüber der Situation: neutral/objektiv, emotional/subjektiv, negativ/pessimistisch, positiv/optimistisch, kreativ/innovativ, moderierend/strukturierend
Bitte anklicken, um zu dem PDF zu gelangen.

Design Thinking

Design Thinking ist eine Methode, um im Team kreative Lösungen zu komplexen Aufgaben- bzw. Problemstellungen zu finden. Die Herangehensweise kann in folgenden Etappen erfolgen

Forum

Begleitend zum Seminar kann ein Forum eingerichtet werden. Hier können die Teilnehmer Fragen stellen, zu denen gemeinsam Lösungsmöglichkeiten entwickelt werden. Das Forum kann z.B. hilfreich sein, wenn Fragen während der Nachbereitung oder der Anwendung der Seminarinhalte auftreten. Als offen lizenzierte Open Source-Anwendung kann phpBB genutzt werden.

Glückstopf

Die Methode Glücktopf bietet sich an, um Lerninhalte nach einer Erarbeitungsphase zu wiederholen. In Kleingruppen wird eine vorgegebene Anzahl von Schlüsselbegriffen zu dem erarbeiteten Thema auf Karten notiert und in einen Behälter gelegt. Dann tauscht man zwischen den Kleingruppen die Behälter aus. In den Gruppen werden die Karten der jeweils anderen Gruppe gezogen und die Schlüsselbegriffe erläutert.

Kugellager

Kugellager ist eine Methode, um sich zu Aspekten auszutauschen. Die Seminargruppe teilt sich dabei in zwei gleich große Gruppen auf. Die beiden Gruppen stellen sich gegenüber und tauschen sich ca. zwei Minuten lang zu einem Aspekt aus. Danach bewegt sich die eine Gruppe einen Teilnehmer weiter, um auf einen neuen Gesprächspartner zu treffen. Es empfehlen sich insgesamt 3 Durchgänge. Bei jedem Durchgang wird ein neuer Aspekt thematisiert.

Learning Snacks

Learning Snacks können in thematische Einheiten eingebunden werden. In einem Learning Snack kann jeder individuell seinen Lernerfolg überprüfen. Mit der Anwendung Learning Snacks lassen sich die Aktivitäten interaktiv und spielerisch gestalten.
Hier kann man z.B. sein Wissen über Learning Snacks überprüfen.

Lego Serious Play

LSP kann eingesetzt werden, um im Team Ideen zu finden oder Problemstellungen zu lösen. Auf kreative Art können mit Hilfe von Legoelementen Prozesse oder Situationen dargestellt werden. Es können auch Elemente von anderen Marken wie Playmobil oder Knetmasse verwendet werden. Das Konstruieren macht über eine reine Visualisierung die Denkprozesse und Inhalte begreifbar. Die Ergebnisse können immer wieder umgestaltet werden. LSP fördert die Kommunikation in der Seminargruppe, die Kreativität sowie ein Lernen nach konnektivistischen Prinzipien.

Meinungswürfel

Der Meinungswüfel kann nach einer Erarbeitung oder als Evaluation einer thematischen Einheit zum Einsatz kommen. Auf dem Würfel befinden sich unterschiedliche Aspekte/Kriterien, nach denen die erarbeiteten Lerninhalte reflektiert werden sollen. Der Austausch über das Thema mithilfe des Meinungswürfels kann in Kleingruppen stattfinden.
Vorlage und Beispiele (interner Link)

Murmelgespräch

Ein Murmelgespräch bietet sich nach einer Vortragsphase an. Zu dem Input wird eine Anwendungsaufgabe in einer Murmelphase besprochen. Das Murmelgespräch kann mit einem Lernpartner oder in einer Kleingruppe durchgeführt werden. In dem Gespräch können z.B. Möglichkeiten der Umsetzung entwickelt werden.

Placemat

Bei einem Placemat handelt es sich um eine Methode des kooperativen Lernens. Es werden Gruppen à drei oder vier Teilnehmer gebildet. Jede Gruppe kann einen anderen Teilaspekt untersuchen und verfügt zum Festhalten der Ideen über eine Placemat-Vorlage. In der Gruppe notiert jeder in seinem Placemat-Bereich seine Ideen. Im Anschluss an die individuelle Phase werden die Ideen in der Gruppe diskutiert und man einigt sich auf eine gemeinsame Version, die in die Mitte eingetragen wird. Diese wird im Plenum vorgestellt und ggf. diskutiert.
Placemat-Vorlage

Question Formulation Technique

Bei dieser Vorgehensweise geht es darum, dass die Teilnehmer selbst zu dem Thema Fragen entwickeln. Je nach Vorkenntnissen, Interessen und Bedürfnissen notiert jeder Fragen, die das Thema für ihn aufwirft. Danach werden die Fragen in der Gruppe durchgesehen und priorisiert. Gemeinsam werden die Fragen, die als die relevantesten ausgewählt wurden, erforscht, um Antworten bzw. Lösungen zu finden. Die QFT berücksichtigt individuelle Interessen und Lernvoraussetzungen. Sie weckt Neugier an einem Thema und fördert forschendes Lernen.

Quiz

Nach einer Erarbeitungsphase kann ein kurzes Quiz Dynamik herstellen. In Quizform kann spielerisch getestet werden, ob die Lerninhalte aufgenommen wurden. Für ein Quiz im Plenum kann z.B. Kahoot verwendet werden.
Adminversion
Spielversion
Beispiel zu Spracherwerbstheorien

Wortwolken

Wortwolken können als Einstieg in ein Thema genutzt werden. Zu dem Thema können Ideen, Assoziationen oder Vorwissen zusammengetragen werden. Dies kann als Basis für die Themenerarbeitung dienen. Wortwolken können auch als Rückblick auf die Erarbeitungsphase eingesetzt werden, indem zentrale Aspekte der thematischen Einheit zusammengetragen und zusammenfassend wiederholt oder evaluiert werden.
Kollaborativ können Wortwolken z.B. erstellt werden mit
Answergarden
Mentimeter

Feedback

Damit die Interessen der Teilnehmer berücksichtigt werden und das Seminar gemeinsam gestaltet wird, sollte von Zeit zu Zeit Feedback eingeholt werden. Dafür eignen sich z.B.
feedbackr
FeedbackSchule
Mentimeter
Oncoo
Qualis, Evaluationsprojekt an der Universität des Saarlandes